Donnerstag, 22. November 2012

David Safier - Muh!

„Eine tierisch komische Geschichte «Kuh sera, sera. Was sein soll, soll sein, soll sein. Die Zukunft, die kennt kein Schwein ...» Dieses Lied singt die ostfriesische Kuh Lolle, deren Traum vom glücklichen Leben wie eine Blase auf der heißen Milch zerplatzt: Nicht nur, dass ihr geliebter Stier Champion sie mit einer anderen betrügt, nein, der Bauer auf ihrem Hof beschließt auch noch, alle Kühe schlachten zu lassen. Die Rettung kommt in Gestalt eines charmanten italienischen Katers. Er verrät Lolle, dass es ein Land auf dieser Welt gibt, in dem Kühe nicht zu Bolognese verarbeitet werden: Indien. Gemeinsam mit ihren besten Freundinnen, der harten Hilde und dem lieben Radieschen, flieht Lolle von dem Bauernhof. Begleitet werden sie dabei nicht nur von Kater Giacomo, sondern auch von Susi, ausgerechnet jener blöden Kuh, die Lolle den Stier ausgespannt hat. Und auf der Suche nach dem ganz großen Glück erlebt die kleine chaotische Herde jede Menge gefährliche Abenteuer. „

Nachdem ich schon „Mieses Karma“ und auch „Happy Family“ super fand, musste ich David Safiers neuestes Werk unbedingt lesen – und ich wurde nicht enttäuscht!

Es geht um Lolle, die bisher ein eigentlich ganz glückliches Leben geführt hat. Bis ihr Schwarm Champion sie mit der blöden Susi betrügt und sie erfährt, dass der Bauer alle ihre Freunde einschließlich sie schlachten lassen muss.
Da muss ein Plan her, denn das kann Lolle nicht akzeptieren! Schnell sammelt sie ihre Kuhfreundinnen zusammen und beschließt, abzuhauen.
Doch was die Kühe auf ihrer Reise alles erleben, hätten sie sich wohl in ihren kühnsten Kuhträumen nicht gedacht!

Das Cover des Buches ist sehr einfach gehalten – es ist gelb, sodass es sehr gut zu den anderen Büchern passt. Darauf zu sehen sind Lolle und Champion – was ich jetzt mal vermute.
Wenn man in das Buch hinein schaut, sieht man einige Zeichnungen von der Reise der Kühe – mehr verrate ich jetzt aber auch nicht.

In den Beginn des Buches bin ich sehr einfach rein gerutscht. Lolle erzählt ein wenig aus ihrem Leben, wie sie Champion beim Fremdgehen mit Susi erwischt usw. - sehr lustig. :-)

Der Schreibstil ist sehr flüssig, sodass ich nur so durch das Buch geflogen bin.
Das Buch ist in einzelne Kapitel eingeteilt, die aber auch manchmal mitten auf der Seite anfangen oder auch enden.

Ich fand es sehr amüsant, auch mal ein Buch aus der Sicht einer Kuh zu lesen – da gab es sehr schon lustige Situation. Autos sind für die Kühe zum Beispiel „Audoos“ und ein Gewehr bezeichnen sie als „Knallstab“.
So humorvoll wie das Buch am Anfang auch ist – zum Schluss hin beginnt es, einen zum Nachdenken zu bringen – das hat mir aber sehr gut gefallen.

Zudem sind die einzelnen Charaktere einfach göttlich! Ob der Kater Giacomo aus Italien, Radieschen, Susi oder auch Champion, sie sind alle auf ihre Art und Weise liebenswert.
Zumal es sehr amüsant ist, sie alle auf einem Haufen zu erleben und mit ihnen auf die Reise nach Indien zu gehen.
Es ist fast so, als wären die Kühe Kinder, die die Welt neu entdecken – ist die Herde doch davon ausgegangen, dass es hinter den Bäumen hinter der Koppel nur noch die unendliche Milch der Verdammnis gibt und sie dementsprechend Bammel haben, von ihrem geliebten Bauernhof Abschied zu nehmen.

Ab und zu gibt es dann auch Geschichten, die von der Gotteskuh Naia handeln – eine sehr gelungene Abwechslung, wie ich finde! Und auch diese Geschichten bieten viel Humor und haben mir gut gefallen. Für die Kühe gibt es nämlich nicht nur Gott, sondern ihr Gott ist – wie sollte es auch anders sein – eine Kuh. Und diese heißt Naia. Die Geschichten sind geschrieben wie unsere Bibel, was mir sehr gut gefallen hat!

Alles in allem ist „Muh!“ ein richtig tolles Buch, was mit viel Humor und auch ein bisschen Tiefgang überzeugt. Eine Kuh auf der Suche nach ihrem Glück – von mir gibt es fünf von fünf Rosen!

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Kindler (9. November 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3463406039
  • ISBN-13: 978-3463406039

Kommentare:

  1. Oh gott, das hört sich echt urkomisch an Jessi xD ....Den Stier ausgespannt...zu bolognese verarbeitet xDD

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  2. Hey,
    deine Rezension gefällt mir echt gut.
    Ich hab mir das Buch zu Weihnachten gewünscht und hoffe, dass es besser wird als "Happy Family". Ich habe ja alle Bücher von David Safier gelesen und fand "Happy Family" neben "Jesus liebt mich" (das ich nicht zu Ende gelesen habe) am schwächsten.
    Am besten hat mir bis jetzt "Plötzlich Shakespeare" gefallen. "Mieses Karma" hat mir auch gut gefallen, aber es ist einfach schon zu lange her, sodass ich nicht mehr viel dazu sagen kann.
    liebe Grüße deine Emma

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