Donnerstag, 6. Juni 2013

Kathrin Schrocke – Freak City

„Lea ist hübsch, temperamentvoll - und von Geburt an gehörlos. Als Mika sie zum ersten Mal sieht, zieht ihn das quirlige Mädchen mit der Lockenmähne sofort in ihren Bann. So sehr, dass er beschließt, einen Gebärdensprachkurs zu machen. Familie und Freunde sind skeptisch und bald kommen ihm selbst erste Zweifel. Nie hätte er gedacht, dass die Welt der Gehörlosen eine völlig andere ist als seine. Und plötzlich ist da wieder Sandra, Mikas Exfreundin, über die er nie ganz hinweggekommen ist. Doch Lea hat sich schon in sein Herz geschlichen ...
Kathrin Schrocke erzählt mit skurrilem Witz und viel Einfühlungsvermögen die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe. „

 

Eine Liebesgeschichte über ein gehörloses Mädchen und einem „normalen“ Jungen?
Das klang interessant und deshalb habe ich dieses Buch gelesen.

Mika ist fünfzehn Jahre alt und gerade hat seine große Liebe Sandra mit ihm Schluss gemacht.
Eine Katastrophe!
Da trifft er Lea. Und von Anfang strahlt hat sie etwas Anziehendes an sich..doch ihr seltsames Verhalten verwundert Mika, bis er herausfindet, dass sie gehörlos ist.
Eine Beziehung zwischen ihm und Lea? Ob das so möglich ist?
Und dann ist da nach Sandra, die Anstalten macht, ihn wieder zurückhaben zu wollen. Aber will er das überhaupt noch?

Es war sehr interessant, ein Buch aus der Sichtweise eines Jungen zu lesen – woran ich mich zu Beginn auch erstmal gewöhnen musste, baggern Mika und seine Freunde nicht gerade selten Mädchen an, die ihnen über den Weg laufen.
So auch Lea. Zu Anfang sind die Freunde noch verwundert, dass sie nicht auf ihre Anmachsprüche reagiert, aber Mika findet heraus, dass sie gehörlos ist.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu verstehen, typisch für ein Jugendbuch. Und obwohl es schon ab zwölf Jahren empfohlen wird, fand ich es sehr unterhaltsam, es zu lesen.

Mika und Lea haben mir sehr gut gefallen.
Mikas Gefühle und Gedanken konnte ich gut nachvollziehen. 
Denn im Umgang mit gehörlosen Menschen kommen natürlich viele Fragen auf, "Wie „spreche“ ich mit ihnen? Können sie auch sprechen? Oder lesen sie vielleicht von den Lippen ab?", diese Fragen spukten Mika und auch mir oft durch den Kopf.

Das Buch war total spannend, obwohl nicht viel passiert ist, eben weil Mika und Lea sich nicht „normal“ verständigen können. Ich fand es sehr interessant, von einigen – wenn auch wenigen – Begriffen aus der Gebärdensprache zu lesen.
Ein Buch, in dem das Thema Gebärdensprache vorkommt, habe ich bisher noch nicht gelesen, umso abwechslungsreicher war es für mich.

Ich fand es toll, ein bisschen in die Welt der Gehörlosen abzutauchen - auch, wenn ich mir vorstellen kann, dass das Buch nur einen kleinen Einblick in das Leben eines gehörlosen Menschen gewährt.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass es auch Konzerte für gehörlose Menschen gibt? Und wart ihr schon mal in einem Dunkelcafe?
Nein? Dann empfehle ich euch, das Buch zu lesen. 
Ich habe nun einiges an Respekt vor gehörlosen Menschen und finde es spannend, vielleicht auch noch ein paar mehr Begriffe aus der Gehörlosensprache zu lernen.

Für mich war Gebärdensprache bisher kein großes Thema, aber dieses Buch hat mich diesem auf jeden Fall etwas näher gebracht!
Und falls ihr jetzt denkt, das Buch wäre vielleicht trocken: Das ist es auf keinen Fall.
Kathrin Schrocke schafft es sehr gut, das Gleichgewicht zwischen Liebesgeschichte und Infos über die Gebärdensprache hinzubekommen!
 
Deshalb bekommt „Freak City“ fünf von fünf Rosen von mir. :)

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Carlsen (Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551310939
  • ISBN-13: 978-3551310934
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Und hier mein Leseeindruck zum Buch: 


Kommentare:

  1. Uiii, das klingt echt toll! *-*
    Werd ich mir bald kaufen. :)

    Schöne Rezension!

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  2. Der schöne Rezension.
    Ich interessiere mich schon länger für Gebärdensprache, da immer wieder Patieten in die Praxis kommen.
    Allerdings soll es ja sehr schwer sein, diese zu erlernen sonst hätte ich das schon längst getan.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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